Mit dem PA1 präsentieren wir einen Verstärker, der eine Musikalität bietet, wie man sie bei den besten röhrenbasierten Designs findet, und gleichzeitig die grundsolide Leistung der besten Solid-State-Designs herausfordert. Trotz seiner relativ kompakten Form liefert der PA1 mehr als 150 W und ist in der Lage, selbst die anspruchsvollsten Lautsprecher mit Leichtigkeit anzutreiben. Dieser Artikel gibt Ihnen einen Einblick in eine Reihe von Schlüsselelementen, die dazu beitragen, dies zu erreichen.
Eine der auffälligsten Design-Entscheidungen beim PA1 ist die Endstufe. Es handelt sich um ein traditionelles ‘Class AB’-Design, aber von einer höchst innovativen Art. Wir haben eine vollständig symmetrische Schaltung mit nicht weniger als 96(!) kleinen und schnellen Leistungstransistoren entwickelt, um eine sehr hohe Bandbreite zu erreichen. Diese einzigartige Technik wurde durch den Einsatz moderner Aluminium-Leiterplattentechnologie möglich, die eine extrem enge thermische Kopplung aller Leistungstransistoren ermöglicht. Eine ausgeklügelte Ausgangstreiberschaltung, die auf derselben Aluminiumplatine montiert ist, sorgt für die Einstellung des Ruhestroms der Endstufentransistoren.
Die Schaltung ist eine Weiterentwicklung eines ursprünglichen Entwurfs von Henk ten Pierick (†) aus dem Jahr 1985. Sein Konzept bietet einen extrem gut definierten Einstellpunkt der Endstufe, durch den die Impedanz der Endstufe über den gesamten Crossover-Bereich konstant bleibt, was zu den geringstmöglichen Verzerrungen dynamischer Signale führt. Die enge thermische Kopplung der Endstufentransistoren mit der Treiberstufe sorgt dafür, dass dieser ideale Einstellpunkt auch dann beibehalten wird, wenn große (niederfrequente) Ströme an den Lautsprecher geliefert werden. Der Name PA1 verweist auf Henks Genialität, wir nennen ihn den “Pierick Amp”.
Die Bedeutung eines extrem stabilen Übergangsbereichs in der Übertragungskurve kann kaum überschätzt werden, da Musiksignale von Natur aus große Mengen an niederfrequenten Inhalten enthalten. Diese modulieren die Temperatur in den Ausgangstransistoren, was zu einer Abweichung von der optimalen Vorspannung des Verstärkers durch thermisches Durchgehen führt. Die sich daraus ergebende Art der Verzerrung wird mit den standardmäßigen 1kHz THD-Messmethoden nicht erkannt, aber selbst kleine Veränderungen in der Crossover-Verzerrungsbilanz eines Verstärkers sind hörbar und beeinträchtigen die Klangtreue. Die enge thermische Kopplung aller Ausgangsbauteile im PA1 in Verbindung mit dem cleveren Design der Treiberschaltung verhindert solche Probleme im Grunde ‘by design’.
Phasenmodulation
Eine weitere, oft übersehene Verzerrung ist die Phasenmodulation, die dadurch entsteht, dass die Geschwindigkeit des Schaltkreises mit der Amplitude des Audiosignals variiert. Ähnlich wie bei der Crossover-Verzerrung verursacht die Phasenmodulation ein Verzerrungsprofil, das aufgrund der verschiedenen Frequenzkomponenten im Musiksignal variiert. So können beispielsweise die (in der Regel großen) niederfrequenten Komponenten eines Bassinstruments eine zeitliche Verschmierung in den höheren Frequenzkomponenten von Instrumenten und Stimmen verursachen. Sowohl in der Leistungsstufe als auch in den anderen Signalstufen des PA1 wird diese Art der Verzerrung extrem niedrig gehalten, was durch spezielle Designtechniken, einschließlich Feedforward-Korrekturen, erreicht wird.
Jetzt, wo wir diese hoch optimierte und schnelle Verstärkerschaltung haben, wird ein angemessenes Maß an globaler Rückkopplung angewendet. Wir haben eine Rückkopplungsschleife zweiter Ordnung für den PA1 entwickelt, die die letzten kleinen Reste von Verzerrungen beseitigt. Unser sehr sorgfältiges und einzigartiges Design dieser Rückkopplungsschaltung – die auch in diesem Teil Phasenmodulation und thermische Fehler verhindert – stärkt und erhöht die Wiedergabetreue des Verstärkers zusätzlich.
Weitere Optimierungen
Außerdem wurde der Eingangssignalpfad ohne serielle Koppelkondensatoren konzipiert, um eine Verschlechterung des eingehenden Signals zu verhindern. Ein sorgfältig optimiertes Platinenlayout mit mehrlagigen Leiterplatten bewahrt die Integrität des Eingangssignals. Der Weg des Eingangssignals zu den Schaltkreisen ist maximal kurz, genau wie der kritische Teil der Ausgangssignalverdrahtung. Um eine weitere Verschlechterung des verstärkten Signals zu verhindern, ist die ausgeklügelte Schutzschaltung des PA1 so konzipiert, dass auf die Verwendung von seriellen Relaiskontakten im Ausgangssignal des Verstärkers verzichtet werden kann.

Der große Amplimo Ringkerntransformator sorgt für eine absolut minimale kapazitive Kopplung mit den Netzschienen und liefert gleichzeitig Strom im Überfluss. Der Transformatorstrom wird mit einer massiven 90.000uF(!) Netzentkopplungskapazität gepuffert. Darüber hinaus wird die Versorgung des Treibers und der Rückkopplungsschaltung lokal stabilisiert, was einen absolut stabilen Betrieb gewährleistet, der unabhängig vom Ausgangsstrom des Lautsprechers ist.
Das Ergebnis ist eine absolut unverfälschte Audiowiedergabe mit einer extremen Autorität im Bass, naturgetreuen Mitten und sauberen Höhen. Die Geschwindigkeit und die Klarheit sind knackig, und die kleinsten Details werden ganz natürlich wiedergegeben. Mit dem PA1 haben Sie das Gefühl, ‘dabei zu sein’, anstatt einem Wiedergabesystem zuzuhören.
Die wichtigsten Leistungsdaten des PA1:
- Leistung: 150 W an 8 Ω
- SNR: 118 dB (150 W, 8 Ω)
- Klirrfaktor: <0,0001 %
- Dämpfungsfaktor: >800 re 8 Ω
- Frequenzgang: 0,1 Hz – 300 kHz
- Gewicht: 15 kg
- Abmessungen: B x T x H: 250 x 250 x 240 mm
